Mental Overload - was tun bei mentaler Überbelasung?
Shownotes
Wir reden über das Symptomenbild des Mental Overload, ein Begriff für die mentale Überlastung, die viele Menschen aufgrund der vielen verschiedenen Anforderungen des Alltags und der zunehmenden Informationsflut verspüren. Welche Symptome treten hier auf und was kann man tun, um sich selbst zu helfen?
**Sehr betonter Text**Bei Fragen, Themenwünschen oder Kritik schreibt uns an dasmachtdannderhausarzt@gmail.com, oder folgt uns auf Instagram. Wichtig: Dieser Podcast ist keine medizinische Beratung
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00:00:00: Herzlich willkommen zu, das macht an der Hausarzt.
00:00:03: Ich bin Anna
00:00:04: und ich bin Giel
00:00:05: Und wir sind zwei junge niedergelassene Hausärzte in dem bergischen Land.
00:00:09: Auch wenn wir über Medizin sprechen dieser Podcast ersetzt kein Arztbesuch oder eine medizinische Beratung.
00:00:14: Wenn ihr also unsicher seid oder beschwerten habt sucht bitte ärztlichen Grad.
00:00:20: Heute gibt es ein neues Thema.
00:00:23: wie immer
00:00:24: Überraschungen
00:00:27: Haben wir uns entschlossen, mal über einen Anlass zu sprechen der uns in der Sprechstunde jetzt doch wieder häufiger begegnet als es noch gefühlt vor einigen Jahren gewesen ist.
00:00:41: Ich habe gerade gesagt nach der Corona-Zeit fand ich war's viel dann war kurz ein bisschen Pause und jetzt wird das irgendwie auch wieder viel.
00:00:49: Ich finde es auch zurzeit viel vorkommen.
00:00:51: ja Sollen wir mal den Cliffhanger auflösen?
00:00:55: Genau, es geht natürlich um Warzen.
00:00:59: Fast das gleiche!
00:01:01: Nein, eine Pest ist es.
00:01:06: Wir sprechen über die mentale Überbelastung oder auf neudeutsch mental overload.
00:01:13: Genau denn denen wir jetzt heute mal so definieren als das Gefühl der Menschen dass viele Dinge ihnen so viel Denkarbeit oder Arbeit beschaffen, dass sie selbst eigentlich schöne Dinge nicht mehr als schön sondern als anstrengend empfinden.
00:01:39: Es gibt auch noch die Definition sowas glaube ich ursprünglich mal gedacht.
00:01:43: der Mental Overload war eigentlich eher in Anführungszeit nur frauen betreffend
00:01:50: Frauenkrankheit?
00:01:52: Genau, eine klassische Frauenkrankheit.
00:01:56: Denn da ging es darum eigentlich zu beschreiben dass viele Frauen so ein unsichtbare Denkarbeit leisten und in dieser Zeit halt wahnsinnig viele quasi To-dos Mentalregeln, weiß ich nicht.
00:02:12: Muss noch dies einkaufen?
00:02:14: Kind muss vom Kindergarten abgeholt werden.
00:02:17: Geburtstagsgeschecke müssen organisiert werden also eigentlich diese Never-ending to do Liste die über drei Seiten geht so gefühlt
00:02:25: genau das war eben ursprünglich so gedacht dass das tatsächlich eher Frauen betrifft.
00:02:30: Ich finde man kann das ganze schon auch ausdehnen einfach als ein multi funktionalen Begriff denn In meinem Erleben trifft das jetzt nicht nur Frauen, sondern das trifft durchaus auch Männer die beruflich oder auch privat oder eben insgesamt belastet sind.
00:02:49: Ja eigentlich kann man sagen dass es so ein Erschöpfungszustand ist und eine Überbelastung ist, die durch unsichtbare Last der Denkarbeit entsteht.
00:02:59: Dadurch dass man an ganz viele Sachen denken muss, dass die Person dann einfach überfordert ist.
00:03:04: Genau, dass man zu viele Tasks in seiner Liste hat und dann das System nicht mehr richtig funktioniert.
00:03:12: Genau,
00:03:13: vielleicht ausdrücken.
00:03:17: So klassische Patienten die einem da in der Sprechstunde begegnen magst du mal erzählen wie was die Menschen oft berichten wenn sie einen gegenüber sitzen und man das vermutet dass es das sein könnte?
00:03:28: Also ich finde es häufig junge Menschen die mit einem neuen Lebensabschnitt anfangen, die dann irgendwie mit einer Ausbildung angefangen sind.
00:03:37: Also gerade frisch von der Schule oder von der Uni und dann die ersten Jobs haben, dass sie da eigentlich so ein Lebensabschnitz Veränderungen haben und dann häufig überfordert sind und nicht richtig wissen wie es weitergeht?
00:03:50: Oder junge Eltern, die plötzlich noch einen Kind haben, was sie versorgen müssen und dann auch einen dritter Faktor in der Beziehung ist da neue Aufgaben auf einen zukommen und man nicht ganz mehr so her der eigenen Planung ist.
00:04:07: Also eigentlich immer wenn große Lebensveränderungen stattfinden, das finde ich sind die meisten Fälle, die ich sehe
00:04:15: oder in diesen Phasen fällt es den Menschen dann quasi zunehmend schwer auch noch die sage mal alltäglichen Tasks zu bewältigen.
00:04:27: Ja, das sind wir dann oft überfordert.
00:04:29: für mich
00:04:30: Da geht es ja auch oft dann noch darum, dass quasi zu einer sehr herausfordernden Lebenssituation.
00:04:35: Und das kann ja einfach nur ein Vollzeitjob schon mal sein ist ja auch herausfordernt.
00:04:40: wenn dazu dann noch kommt, dass man jeden Tag diverse Informationen über sein Handy bekommt Sachen organisieren soll das weiß ich nicht.
00:04:52: Vielleicht Haustiere versorgt werden wollen, Kinder versorgt haben wollen und sowas wie mehr von diesen Anführungszeichen herausfordernderen Tasks zusammenkommen desto wahrscheinlicher wird es dass irgendwann man da auch auf Dauer mal in so ein Mental Overload bekommt.
00:05:13: Und wenn man das jetzt mit Burnout vergleicht kann so ein Mental Overload auch Richtung Burnout sich verändern.
00:05:21: Also das ist eigentlich ein lang anhaltendes Mental Overload, was aber dann hauptsächlich durch die Arbeit bedingt ist und dann kann er es Richtung Burn-Out auch schlittern.
00:05:30: Das ist doch etwas anderes weil ich finde bei der Mental Overlot da ist auch oft diese unsichtbare Arbeit, die einfach zu Hause ist, auch wenn es nur das Haus putzen ist, während Burn out mehr Richtung Arbeit geht, finde ich.
00:05:45: Was für Symptome?
00:05:47: Könnte man aufzählen?
00:05:50: Ich finde, Patienten kommen häufig mit Erschöpfung.
00:05:54: Diese Erschöffungen, die sie nicht erklären können dann auch ein bisschen hilflos weiß ich nicht wissen wo sie mit ihrer Arbeit... Wo Sie anfangen sollen die Arbeit abzuarbeiten.
00:06:05: Schlafprobleme ist häufig einen Zeichen Greizzeit finde ich es häufig nen Zeichen Und die ziehen sich häufig zurück, dass sie sagen okay ich habe es eigentlich auch gar keine auf nichts mehr Lust.
00:06:15: Auch die Sachen die mir vorher Spaß gemacht haben machen mich gerade keinen Spaß beziehungsweise ich kann mich nicht aufraffen das zu machen.
00:06:21: wenn Sie's dann machen macht sehr wohl Spaß und können uns dann auch genießen was der Unterschied zur Depression ist.
00:06:27: aber dass sie eigentlich vermeiden Aufgaben zu suchen und zu machen damit sie endlich mal eine Paupe haben
00:06:34: oder so pro Krastination kann auch dann dazu führen, dass die sehen okay ich muss irgendwie gleichzeitig eigentlich jetzt vier Sachen machen und weiß nicht wo ich anfangen soll.
00:06:44: Und dann mache ich erst mal gar nichts.
00:06:47: Ja das stimmt.
00:06:48: Das kenn ich auch von mir selbst.
00:06:52: Hat jeder von uns mal gehabt, dass man eigentlich wichtige Dinge machen müsste Die Küche zu putzen.
00:07:02: Alles ist dann besser als die Steuererklärung.
00:07:06: Also wir fassen zusammen, es sind oft schon auch körperliche Symptome Erschöpfungsempfinden.
00:07:12: auch Konzentrationsstörungen, Entscheidungsschwierigkeiten, Schlafprobleme.
00:07:19: Gefühlt dass man auf einmal kognitiv nicht mehr so viel leisten kann.
00:07:23: ich finde auch oft berichten Patienten über Sprachstörung und sodass sie die Worte nicht mehr richtig finden oder das sie nicht mehr genau wissen wie hieß denn der jetzt noch mal?
00:07:33: Oder wie hieß die denn jetzt nochmal?
00:07:34: den kenn ich doch eigentlich.
00:07:37: Da muss ich immer schmunzeln, weil das hab' ich dann auch mal... Das haben wir ja schon mal hier im Podcast erzählt.
00:07:42: Weil wenn man Richtung Urlaub schlittert merkt man dass man ineffektiver arbeitet, dass man müder ist, dass es schwieriger rauskommt, dass später von der Praxis raus kommt und dass man auch Wortfindungsstörungen hat solche Sachen.
00:07:56: Das erkenne ich bei mir selbst!
00:07:58: Das merkt Man ja auch manchmal im Podcast.
00:08:00: Ich merke auch, dass ihr heute irgendwie schwierig fällt Dinge zu formulieren oder überhaupt
00:08:05: die
00:08:06: Worte nicht.
00:08:06: sich auszusprechen.
00:08:07: Überhaupt einen klaren Satz zu sagen!
00:08:10: Da müssen wir vielleicht jetzt sagen, normalerweise nehmen wir den Podcast am Wochenende auf.
00:08:14: heute ist Mittwoch.
00:08:16: Dementsprechend haben wir schon halben Tag Sprechstunde hinter uns und das merkt man dann auch, da ist man nicht ganz so frisch im Kopf.
00:08:25: Ja aber nach heute bin ich wirklich nicht mehr so frische im Kopf.
00:08:30: Naja es gibt noch die emotionale Beeinträchtigung, nachdem wir gerade so ein bisschen das körperliche Besprochen haben.
00:08:39: Das greift ja im Prinzip so ineinander ein ne?
00:08:42: Die körperlichen Symptome zu dieses Erschöpfungsempfinden.
00:08:46: Das macht ja auch dann häufig reizbar.
00:08:48: Das führt dazu dass sie Leute manchmal Angst haben, dass sie irgendwie was Schlimmes hätten, dass man vielleicht viel schneller anfängt zu weinen als man das normalerweise machen würde, emotionaler ist und mit Dingen nicht mehr so gut umgehen kann die jemand sonst vielleicht ganz gut verpackt hätte.
00:09:08: Ja, man ist einfach dann ein bisschen dünn heutiger wie man es so schön sagt?
00:09:12: Genau!
00:09:13: So ein paar Beispiele aus dem Alltag oder vielleicht auch aus der Sprechstunde dass dann jemand kommt und zum Beispiel erzählt Die Person hat eigentlich einen Teilzeitjob und hat nebenher noch Haustiere zu versorgen.
00:09:35: Und hat noch eine Beziehung, mehrere Freunde und ist aber aktuell durch den Job sehr gefordert.
00:09:44: Dann war für diese Person schon das zu viel sich dann noch nebenher um die regelmäßige Haustierversorgung zu kümmern, die ja Freude bereitet.
00:09:55: Die Person meinte dann halt auch, ich schaffe das einfach nicht mehr und mich belastet.
00:09:58: Das jetzt schon, dass ich weiß, ich muss jeden Tag mich um diese Haustiere kümmern.
00:10:02: Und ich kann das einfach noch nicht mehr gerade aktuell, obwohl ich das ja eigentlich selber will.
00:10:08: Ich vermeide es mit Freunden zu treffen, obwohl mir das eigentlich Spaß macht.
00:10:13: und ob ich das gerne mache, weil ich einfach gerade das Gefühl habe, ich muß alles so von mir weglassen damit ich mal kurz wieder meine Batterien aufladen kann
00:10:25: Was gibst du dann den Leuten für ein Rad?
00:10:27: Weil das finde ich mehr schwierig, weil viele Sachen kann man ja nicht wegorganisieren.
00:10:31: Also der Hund oder das Haustier muss gefüttert werden und die Kinder müssen weiter zur Kita oder zur Schule gebracht werden.
00:10:45: Die Partner möchte auch noch aufmerksamkeit haben, dass wir alles Sachen, die eigentlich schön sind aber die kann man nicht wegplanen.
00:10:53: Das bleibt so ein bisschen.
00:10:55: Was gibst du denn dann immer für Tipps?
00:10:57: So, und Pauschal-Lösung gibt's natürlich nicht.
00:11:01: viele kommen halt erstmal mit dem Wunsch dass man sie krank schreibt weil Sie den Job häufig als einen großen Faktor sehen der belastet.
00:11:11: und wenn man dann plötzlich in sieben Stunden am Tag keiner Arbeit nachgehen muss dann kann man mal die ganzen anderen Sachen erledigen die einem noch im Nacken sitzen.
00:11:23: Das ist total verständlich, aber eigentlich nicht so vorgesehen.
00:11:27: Dass man das mal Menschen krank schreibt die eigentlich nicht krank sind sondern die eben im Prinzip nur in Anführungszeichen nur daran leiden dass sie zu viele Tasks auf ihrer To-do Liste haben sowas es finde ich allenfalls kurzfristig mal eine Lösung wenn's wirklich gar nicht geht.
00:11:46: Ich finde es immer wichtig, dass die Menschen für sich selber herausfinden was für sie der größte Faktor ist.
00:11:51: Der dazu führt das sie sich so überlastet fühlen weil vielen ist es glaube ich die Arbeit mit der Sie nicht zufrieden sind oder wo sie das Gefühl haben sie rennen immer gegen gleiche Mauer oder kommen da nicht weiter oder sie arbeiten vielleicht auch zu viel und müssen den Arbeitspensum reduzieren oder mal Aufgaben abgeben.
00:12:12: das ist auch total wichtig.
00:12:15: Kinder kann man jetzt nicht einfach mal so weg zaubern.
00:12:18: Einfach mal abschieben, kommt glaube ich nicht so gut.
00:12:23: Bei Haustieren finde ich... naja also klar die kannst du auch nicht einfach eben so abgeben und das willst du vielleicht auch gar nicht.
00:12:31: aber vielleicht kann man sich da doch überlegen ob man sich darauf lange Sicht ein bisschen Unterstützung sucht.
00:12:38: dass es gibt ja zum Beispiel für Hunde gibt's ja so hundeshitter oder hundert Tagesstätten Das sucht man sich ja aktiv aus.
00:12:46: Ja, das sind alles Dinge für die hat man sich mal entschieden weil man das gerne wollte.
00:12:51: Das darf man sich auch immer wieder vor Augen rufen.
00:12:55: und ja manchmal muss man sich trotzdem dann auch mal dafür entscheiden zu sagen okay ich finde das zwar schön und das würde ich gerne aber ich schaffe das trotzdem nicht.
00:13:05: Dann muss ich da doch vielleicht auch mal was abgeben.
00:13:10: Was ich auch immer noch hilfreich finde ist vor allem wenn Leute nicht schlafen können, weil die häufig an die To-Do-Listen denken.
00:13:17: Dass man das wirklich aufschreibt, dass der Kopf behält und denkt immer wieder an dieselben Sachen weil er das Gefühl hat, er darf etwas nicht vergessen.
00:13:28: Und wenn man das dann aufschreibt, dann veräppelt man sich eigentlich so selbst ein bisschen, weil man sagt dem Gehirn sagt ja ich kann es ja nicht vergessen, ich habe sie aufgeschrieben und damit kann man dass dann eher loslassen.
00:13:37: Das hilft dann auch vor allem abends, wenn man die ganzen To-do-Listen durch kaut und durchgeht.
00:13:43: Das kann man dann ein bisschen kompensieren.
00:13:48: was ich ganz wichtig finde, ist generell so das Anspruchsdenken runterzuschrauben.
00:13:53: Wir haben mittlerweile ja Ansprüche, dass viele Sachen schnell gehen müssen und dass man Prozesse wesentlich schneller erledigt als früher oder wenn man sich mit Menschen verabreden will, dass man die Termine alle schnell machen will oder dass man an sich selber auch den Anspruch hat dass man da vieles perfekt abliefert und das muss ja oft auch gar nicht sein.
00:14:20: Und was auch ein Fakt ist, den wir doch gar nicht so besprochen haben häufig diese konstante Beschallung durch etwas in unserer Gesellschaft.
00:14:30: Man hat häufig entweder WhatsApp-Nachrichten oder E-Mails, Instagram oder Snapchat.
00:14:36: Wie auch immer das alles heißt in ganz Social Media die Nachrichten, die nonstop laufen.
00:14:40: es ist ja nicht mehr so wie früher dass man einmal am Tag die Zeitung gelesen hat und vielleicht abends dann noch die Nachichten geguckt hat.
00:14:46: Man hat eigentlich konstant Nachrichten und Updates was im Leben anderer stattfindet Und dann sieht man wie toll und entspannt das Leben anderer vermeintlich ist.
00:14:58: Das setzt einen auch unter Druck, weil man da eigentlich eine falsche Erwartungshaltung vorgelebt bekommt.
00:15:05: Und auch immer das Gefühl hat, man muss ja die ganze Zeit vorhanden und anwesend sein.
00:15:10: Man kann jetzt nicht einfach mal ein Tag auf Instagram gewesen sein, man kann was verpasst haben.
00:15:17: Ja, das ist denke ich auch ein Faktor der viele, v.a.
00:15:20: junge Menschen extrem belastet, weil da viel Zeit drauf geht.
00:15:24: Also wenn man guckt, was die Durchschnitt ... Wie heißt das?
00:15:33: Green Time.
00:15:36: Das ist ja Horende inzwischen.
00:15:39: Wie hoch ist sie denn?
00:15:43: Der durchschnittliche Erwachsene hat ungefähr drei Stunden tägliche Bildschirmzeit am Handy
00:15:49: und wird da differenziert zwischen.
00:15:51: man macht quasi in Anführungszeichen Freizeit, Instagram und sonst was
00:15:56: oder erledigt auch
00:15:57: Aufgaben.
00:15:58: Nee, das ist Instagram-WhatsApp TikTok YouTube.
00:16:02: Zwischen zwölf bis neunzehnjährige sagen die dreieinhalb bis vier Stunden täglich in den Freizeit oder in Ferien häufig mehr bis zu fünf bis acht Stunden und junge Erwachsene von sechzig bis neundzwanzig jährige drei bis vier stunden und ältere Menschen ab fünfundsechzig Jahren sind anderthalb Schuldenstunden.
00:16:23: Das is jetzt von der AOK Die verdattelt man halt auch häufig, ohne dass man da jetzt irgendwie was Sinnvolles macht.
00:16:35: Und die fehlt natürlich dann an anderen Ecken, die man sich dann irgendwo wieder zurückholen muss.
00:16:44: und das andere wird dann noch mal viel weniger Zeit gekretzt.
00:16:47: oder man hat weniger geschlafen.
00:16:49: und so Social Media vor allem diese schnelle Shorts, diese kurzen Video-Einschnitte, die es gibt... Die sind ja auch extrem viel Informationen auf einmal, wodurch die Gehirne auch oft überfordert sind und dadurch schlägt man einfach schon schlechter.
00:17:06: Ja ein guter Tipp ist auch noch dass man tatsächlich mal für sich übt nein zu sagen.
00:17:15: das erlebe ich häufiger bei Menschen die sehr pflichtbewusst sind oder auch oft Angst haben dass wenn sie es nicht machen dass es dann falsch läuft absagen können, wenn sie noch das fünfte ehrenamtliche Engagement in irgendeiner... Was weiß ich?
00:17:38: In der Gruppe.
00:17:39: Häufiger sind es ja auch junge Eltern, weil sie in jeder Krabbelgruppe dies machen und dann im Kindergarten das.
00:17:44: Und dann sollen sie noch irgendwelche Bastelsachen mit den Kindern machen und die Eltern treffen sich für dies und jenes.
00:17:51: Die sagen da nie nein, weil Sie immer denken, Sie müssen das auch machen finde ich schon wichtig, dass man für sich selber auch Prioritäten setzt und sich da nicht schlecht verfühlt.
00:18:04: Ja... Ich hab irgendwann mal... Ich weiß gar nicht wo ich das gelesen habe, aber das war Nein ist auch Einsatz!
00:18:12: Mit Nein kann man auch umgehen und dafür muss man sich ja auch nicht rechtfertigen sondern es ist einfach okay wenn man Ja sagen darf, darf man auch Nein sagen?
00:18:21: Und ich hab auch irgendwann mal gehört Wenn man eine Frage stellt, muss man mit allen Antworten
00:18:29: Das stimmt.
00:18:31: Ansonsten sollte man keine Frage stellen,
00:18:33: denn vielen anderen Menschen geht es ja nicht unbedingt anders.
00:18:39: und deswegen dieser Gedanke denen die Leute dann haben ich muss das aber weil die Anderen erwarten dass ja das ist ja oft gar nicht so dass die andern das erwarten sondern dass sie auch unter den gleichen Druckhäufig stehen.
00:18:55: Und
00:18:55: die sind froh, wenn es dann jemand anders macht?
00:18:58: Klar!
00:18:58: Die sind natürlich froh wenn sie selber weniger machen müssen.
00:19:01: aber dass man vielleicht dann auch mal zusammen entscheidet okay manches das kann man dann vielleicht einfach auch mal generell lassen.
00:19:08: Das haben wir letztens in der Praxis gemacht was wir immer versucht haben so sinnlose Prozesse abzuschaffen und die eigentlich zur Arbeit machen für alle.
00:19:14: zum Beispiel
00:19:15: Zum Beispiel, dass man vor Anlegen des Langzeit-EKGs ein EKG schreibt.
00:19:20: Dass dann ein Arzt noch kurz sehen muss.
00:19:25: Was war das Ziel
00:19:26: dafür?
00:19:27: Ja, es war halt einfach schon immer so.
00:19:29: Das wurde übernommen und weitergemacht.
00:19:33: Und das haben wir jetzt abgeschafft.
00:19:35: Das hört sich in einer sinnvollen Maße an.
00:19:37: Wird jetzt
00:19:37: stattdessen danach beim Anlegen dieses Langzeit EKGs gefragt ob die Patienten aktuell Beschwerden verspüren oder dass man da noch mal hinterher haken müsste.
00:19:49: Ja genau, also so Prozesse nochmal... es gibt ja auch Prozese, das hört sich immer sehr offiziell an aber das sind ja auch die Prozeste in der Familie die es gibt einfach hinterfragen ist das sinnvoll wie es läuft oder hat sich das so eingeschlichen und kann man das straffen?
00:20:01: Das kann man hier auch eine Familie machen.
00:20:02: auch da gibt's manchmal Sachen die Sinnlos sind wenn es denn vor allem keinem Spaß macht.
00:20:11: darf man, glaube ich für sich selber mal es riskieren.
00:20:15: Dass man auch andere Menschen vielleicht mal enttäuscht indem man nicht das macht was sie von einem erwarten aber dafür
00:20:22: für
00:20:22: sich selbst entsteht
00:20:24: und
00:20:25: auch mal nein sagt oder einfach eine andere Meinung hat.
00:20:29: dass ist ja auch in Ordnung.
00:20:31: Das ist schwierig Es gibt doch nur einige richtige Meinungen.
00:20:37: Es gibt nur eine richtige Meinung, meine.
00:20:39: Genau!
00:20:42: Also was haben wir jetzt gesagt?
00:20:43: Eigentlich kann es helfen die To-Do's auch zu schreiben dass man das nicht immer im Kopf hat dann versuchen Social Media zu reduzieren oder auch Nachrichten notusiert sich anzutun und zu lesen Dass man auch mal Nein sagt und dass man auch einmal für seine eigene seine Zeit einsteht und was Schönes einplanet Und auch mal was Schönes einplanen.
00:21:09: Ja, und auch mit Menschen darüber sprechen wie es einem geht.
00:21:12: Stimmt!
00:21:12: Kann sich nur etwas verändern wenn das andere erkennen?
00:21:16: Wenn das zum Beispiel familiäre Dinge sind dass da einer sich von den ganzen Anforderungen überfordert führt dann ist es wichtig damals mit dem anderen drüber zu reden und gemeinsam eine gute Lösung für alle zu finden.
00:21:29: Genau
00:21:31: okay
00:21:31: so sollen wir das damit belassen.
00:21:34: ja ich bin nämlich jetzt im Mental Overload.
00:21:38: Was hat dich denn die letzten zwei Wochen bewegt?
00:21:41: Ja, ich glaube, ich habe gerade nichts.
00:21:43: Hast du was?
00:21:44: Was hat Dich die letzten drei Wochen beweckt?
00:21:47: Mich hat die letzte Woche bewegt – meine Mutter ist grade im Urlaub!
00:21:51: Das heißt dass ich alleine für die große Praxis zuständig bin und das ist dann auch immer mehr Arbeit.
00:22:00: man hat auch immer noch mal.
00:22:02: Man merkt dann erst, was die andere Person alles unbewusst wegarbeitet.
00:22:05: Was man gar nicht so bewusst ist.
00:22:09: Die ganzen Fragen, die ihr plötzlich auf eine alleine prasseln und ... die Akutsprechtunde, die überquillt.
00:22:16: Aber es ist eigentlich... Wenn man das auch macht, merkt man ja, es klappt doch irgendwie.
00:22:21: Da müssen die Patienten ein bisschen länger warten vor allem in der Notfallsprechtune.
00:22:26: Es klappt dann doch.
00:22:27: Das ist dann auch irgendwie mutmachend.
00:22:32: Man kann dann auch stolz rausgehen, dass man es geschafft hat.
00:22:35: Genau das ist das Schöne!
00:22:36: Mich hat doch noch was bewegt und zwar haben wir uns letztens mal getroffen um ein bisschen einen positiven Grundtenor für uns zu finden wie wir mit der kommenden Gesundheitsreform umgehen und wie wir da quasi als Gemeinschaft unterstützen können, was wir machen können.
00:23:04: Damit wir da nicht so ja in Anführungszeichen hilflos dastehen und den Dingen die da kommen so ausgeliefert sind.
00:23:10: das fand ich für mich sehr schön weil ich glaube dass es also ein wichtiger Weg um mit solchen Veränderungen umzugehen sich Unterstützung zu suchen sich
00:23:22: auch
00:23:23: zusammenzuschließen und zu sagen Wir gucken was wir Machen und wenn machen wir's zusammen
00:23:29: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
00:23:31: Oder wie sagt man so?
00:23:32: Schön, genau!
00:23:34: Ja dann unsere letzte Kategorie Neußerhaushaltspraxis.
00:23:41: oder das sollte man beim Hausarzt machen oder lassen?
00:23:46: Bei uns hat diese Woche eine Patientin Pflaumkuchen vorbeigewacht selbst gemacht mit einem großen Topf Schlag-Sahne.
00:23:53: Oh geil!
00:23:54: Das war total lieb und Wir haben jetzt Mittags teilweise auch schon mal zu, weil wir das Personell anders nicht machen können.
00:24:05: Und dann war sie wohl mittags da wo eigentlich die Praxis geschlossen hatte und ist dann sogar nochmal wiedergekommen.
00:24:13: Das war
00:24:13: total lieb!
00:24:15: Also wir diskutieren oder sprechen mittlerweile in der Sprechstunde schon sehr oft über die kommenden Auswirkungen der Gesundheitsreformen.
00:24:27: zu uns kommen, weil sie schon beim niedergelassenen Fachärzten aus den anderen Fachrichtungen keine Termine mehr bekommen und sich darüber natürlich dann bei uns ja beschweren oder fragen was woran das jetzt liegt.
00:24:41: Und wie das jetzt nun weitergeht?
00:24:42: Da entstehen halt viele Gespräche und da hat auch letztens noch mal ein Patient gesagt er wüsste gar nicht was er machen würde wenn es jetzt nicht die Hausarztpraxen gäbe und hat uns nochmal einfach ganz viele liebe Worte dar gelassen auch sehr hilfreich gewesen sind.
00:24:59: Ich hatte, das geht ein bisschen die gleiche Richtung heute einen Gespräch mit einer Patientin, die jetzt auch seit mehreren Jahren meine Patientin ist.
00:25:07: also vorher war es halt von meiner Mutter aber jetzt inzwischen ist sie mir bei mir und die war in der Uniklinik und wollte dann den Befund nochmal mit mir besprechen was ich denn davon halte.
00:25:20: Und das fand ich auch total süß, weil man denkste ja die Uniklinik hat dann halb von speziellen Krankheiten einfach nochmal mehr Ahnung und sind mehr Leitlinien aktueller sage ich mal in bestimmten Bereichen.
00:25:32: Wenn dann die Patienten noch einmal kommen und sagen nee, das muss ich erstmal mit meinem Hausarzt oder meine Hausärzte besprechen.
00:25:38: Das finde ich irgendwie immer ein Mega-Kompliment und da merkt man okay das Vertrauen ist einfach da!
00:25:47: Ja, bei Ihnen habe ich Vertrauen.
00:25:49: Bei der anderen noch nicht.
00:25:53: Das
00:25:53: dauert eine Weile, bis man sich das verdient hat!
00:25:56: Und das fand ich total schön, dass es eines der größten Komplimente finde ich.
00:25:59: Das ist doch echt schön... Dann werden wir mal den Podcast auf dieser positiven Note beenden.
00:26:05: Genau!
00:26:13: Wenn man mit Unterstrich und damit sagen wir.
00:26:19: Um den Rest kümmert sich dann der Hausarzt bis zum nächsten Mal, tschüss!
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